|
Ein Künstler, ob man’s glaubt oder nicht, ist manchmal schon ein armer Wicht. Er muss leben, ei der Daus, von Luft, Liebe und Applaus!
Der Weg dahin ist schwer und hart, die Künstlerseele hingegen zart!
Einmal, als er zur Bühne ging, er sich im Kabelsalat verfing.
Während er sich ganz verheddert, das Publikum ungeduldig wettert. Das Ganze schauet wie ein Wollknäul aus,
doch zum Glück findet er heil heraus.
Es auf der Bühne schon sehr köchelt, während hilflos nach Luft er röchelt. Die Scheinwerfer glüh’n mit 1.000 Watt, unser Künstler ist ganz matt.
Er bruzzelt schon im eignen Saft, und zweifelt dran, ob er es schafft. Den Cocktail aus Baldrian und rotem Wein, lässt er diesmal lieber sein.
Gegen das Lampenfieber, er hat ja Köpfchen,
hilft ganz bestimmt ein Fieberzäpfchen. Auch Schlafmittel soll’n beruhigend sein, er wirft sich gleich ne Pille ein.
Die Bühne betritt er forsch und keck, Das Lampenfieber aber ist noch nicht weg.
Da steht er nun der arme Tor, und ist nervös als wie zuvor.
1.000 Augen schau’n und glotzen, unser Künstler muss fast kotzen. Mit Hängen und Würgen gibt er Ton, der erste Zuhörer läuft schon davon.
Das Tremolo läuft wie geschmiert, von nervösen Zuckungen ausgeführt. Er ist ganz fiebrig und ganz heiß, von der Stirn rinnet ihm der Schweiß.
Das Instrument quietscht und kracht,
dass das Publikum nur so lacht. Die Zuhörer fragen ungeniert: „Was wird hier denn aufgeführt?“
Das Spektakel den Höhepunkt erreicht, als der Künstler sehr erbleicht: Er weiß auf einmal nicht mehr weiter,
auf der Asus-Dur-Tonleiter.
Peng – jetzt reißt auch noch ne Seite, unser Künstler steht kurz vor der Pleite. Aus seinem Mund fängt’s an zu schäumen, da wacht er auf aus seinen Träumen.
Doch, ob Traum oder Realität – Erstmal auf der Bühne ist’s zu spät!
Uli Mehner alias Klampfen-Uli
|